Fünf Missverständnisse über innere Bilder – und was ich darunter wirklich verstehe
Viele Menschen spüren, dass innere Bilder in ihrem Erleben eine Rolle spielen – und sind gleichzeitig unsicher, ob das alles „nur Fantasie“ ist oder schon der Einstieg in eine komische esoterische Welt. In meinem Studium, meiner hypnosystemischen Ausbildung und in der Auseinandersetzung mit Jung habe ich gelernt: Innere Bilder sind weder Allheilmittel noch Humbug. Sie sind eine bestimmte Form, in der sich das Unbewusste zeigt – und sie brauchen eine klare, verantwortliche Haltung.
In diesem Artikel möchte ich fünf typische Missverständnisse über innere Bilder aufgreifen und erzählen, wie ich selbst damit arbeite. Am Ende findest du auch eine Einladung zu meinem kostenlosen Workshop „Was will dein Unbewusstes dir sagen? – Ein erster Schritt in die Arbeit mit inneren Bildern“.
Missverständnis 1: „Innere Bilder sind nur Fantasie und haben nichts mit der Realität zu tun“
Ein häufiges Missverständnis ist die Vorstellung, innere Bilder seien so etwas wie Tagträume, die mit dem „wirklichen Leben“ wenig zu tun haben. Nach dem Motto: „Ist doch nur Kopfkino.“
Aus meiner Sicht ist das zu kurz gegriffen. Innere Bilder sind keine objektiven Fakten, aber sie zeigen sehr präzise, wie jemand seine Wirklichkeit innerlich konstruiert – welche Erfahrungen, Befürchtungen, Hoffnungen und impliziten Regeln da wirksam sind. Wenn sich jemand innerlich immer wieder in einem Hamsterrad sieht, hat das sehr viel mit seinem Alltag, seinem Tempo, seinen Beziehungen und seinem Selbstverständnis zu tun.
Ich verstehe innere Bilder daher als eine Art verdichtete Form von Erfahrung. Sie sind nicht „die Wahrheit“, aber sie sind ein sehr ehrlicher Ausdruck dessen, wie sich jemand gerade in der Welt erlebt. Genau deshalb können sie ein wertvoller Ausgangspunkt dafür sein, etwas zu verändern.

Missverständnis 2: „Wer mit inneren Bildern arbeitet, rutscht automatisch in Esoterik“
Das zweite Missverständnis begegnet mir oft bei Menschen, die fachlich seriös arbeiten wollen: Die Sorge, dass die Arbeit mit inneren Bildern automatisch „esoterisch“ ist und man sich von wissenschaftlichen Grundlagen verabschiedet.
Für mich ist es genau andersherum. Mein M.A.-Studium hat mir einen integrativen Rahmen gegeben, in dem systemische, tiefenpsychologische und humanistische Perspektiven zusammenkommen. Die hypnosystemische Arbeit hat mir gezeigt, wie innere Bilder als Teil von Selbstorganisation verstanden werden können – ressourcenorientiert und eingebettet in konkrete Lebenskontexte. Jung bringt eine symbolische Tiefe hinein, ohne dass ich seine Ideen unkritisch übernehmen muss.
Innere Bilder werden bei mir weder mystifiziert noch abgewertet. Ich arbeite bewusst an der Schnittstelle von Fachlichkeit und Innerer Erfahrung: Theorien liefern Landkarten, innere Bilder zeigen die gelebte Landschaft. Wichtig ist mir eine klare Ethik, eine reflektierte Haltung und das Bewusstsein für Grenzen – nicht die Inszenierung eines besonderen „Geheimwissens“.
Missverständnis 3: „Ich kann mir nichts vorstellen, also ist das nichts für mich“
Viele Menschen sagen im ersten Moment: „Mit inneren Bildern kann ich nichts anfangen, ich sehe nichts.“ Oft steckt dahinter das Bild von einem sehr klaren, fast filmartigen inneren Kino – und wer das nicht erlebt, denkt, er sei ungeeignet.
In der Praxis zeigt sich aber: Innere Bilder sind viel mehr als bunte Szenen vor dem inneren Auge. Sie können sich äußern als Körperempfindung, als kurze Momentaufnahme, als Stimmung, als Symbol, als Satz, der immer wieder auftaucht. Manchmal ist das „Bild“ eher ein Gefühl von Enge an einem bestimmten Ort im Körper, oder eine diffuse Farbe, oder ein fragmentarischer Satz.
Ich verstehe „innere Bilder“ deshalb als Sammelbegriff für symbolische innere Repräsentationen – nicht als hochauflösende Fantasie-Filme. In der gemeinsamen Arbeit geht es weniger darum, „schöne Bilder zu produzieren“, sondern darum, feiner wahrzunehmen, was sich zeigt, wenn wir nicht alles sofort wegdrücken.
Missverständnis 4: „Innere Bilder sagen mir, was ich tun MUSS“
Das vierte Missverständnis ist die Idee, innere Bilder seien eine Art göttliche Anweisung oder Orakel, dem man nur folgen muss, und dann wird alles gut. Diese Haltung kann zu einer problematischen Abhängigkeit führen: „Das Bild hat gesagt, ich muss…“
So arbeite ich nicht. Innere Bilder geben Vorschläge, Hinweise, Richtungen – aber keine Befehle. Das Ich bleibt entscheidungsfähig und verantwortungsbewusst. Es prüft: Was davon passt zu meinen Werten? Was ist realistisch? Was ist jetzt dran, und was vielleicht später oder gar nicht?
Mir ist wichtig, dass Menschen lernen, mit ihren inneren Bildern in einen Dialog zu gehen – nicht sich ihnen zu unterwerfen. Jung hat betont, wie zentral ein ausreichend stabiles Ich ist, das diesen Dialog führen kann. In meiner Arbeit ist das Ich nicht der Feind, der ausgeschaltet werden muss, sondern der Gesprächspartner, der den Kontakt zum Alltag hält.
Missverständnis 5: „Arbeit mit inneren Bildern ersetzt Therapie – und löst alles schnell“
Das fünfte Missverständnis ist die Hoffnung, innere Bilder seien ein schneller Shortcut: einmal eine starke Imagination erleben, und danach ist alles anders. Oder: Wer mit inneren Bildern arbeitet, braucht keine Therapie, kein Coaching, keine Supervision mehr.
Innere Bilder können tatsächlich sehr kraftvoll sein und Dinge in Bewegung bringen, die rein kognitiv schwer erreichbar sind. Gleichzeitig brauchen sie Zeit, einen passenden Rahmen und oft auch Begleitung – insbesondere, wenn alte Wunden, traumatische Erfahrungen oder existenzielle Themen berührt werden.
Ich verstehe die Arbeit mit inneren Bildern als einen wertvollen Baustein in einem größeren Prozess. Mein kostenloser Workshop ist ein Einstieg, ein erstes Kennenlernen dieser inneren Sprache. Er ersetzt keine Therapie und keinen längeren Prozess, kann aber ein wichtiger Impuls sein, einen nächsten Schritt in Richtung eines stimmigeren, innerlich verantworteten Lebens zu gehen.
Warum ich einen Workshop zu inneren Bildern anbiete

Vielleicht erkennst du dich in Teilen dieses Artikels wieder: das Gefühl, an dir vorbeizuleben, die Ahnung, dass in dir etwas weiß, was im Alltag zu kurz kommt, und gleichzeitig Skepsis gegenüber allem, was nach „Wundermethode“ klingt.
Genau für Menschen mit dieser inneren Mischung – Sehnsucht nach Tiefe und Wunsch nach Bodenhaftung – habe ich den Workshop entwickelt:
„Was will dein Unbewusstes dir sagen? – Ein erster Schritt in die Arbeit mit inneren Bildern – kostenloser Workshop“
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Wenn du merkst, dass dich dieses Thema anspricht und du neugierig bist, was dein Unbewusstes dir vielleicht schon länger sagen möchte, kannst du diesen Workshop als ersten, unverbindlichen Schritt nutzen.