Fünf Monate im Gespräch mit meinem Unbewussten – und warum ich trotzdem manchmal ratlos vor meinen Bildern sitze

Coaching 16. Februar 2026
Symbol für den Dialog mit dem Unbewussten und inneren Bildern.

Seit ich in einen bewussten Dialog mit meinem Unbewussten gehe, habe ich in wenigen Monaten mehr über mich gelernt als in vielen Jahren reiner Kopf-Arbeit. Und trotzdem gibt es diese Morgen, an denen ich vor einem Bild stehe und mich frage: „Was willst du mir sagen?“

Ein persönlicher Einstieg

Seit rund fünf Monaten nehme ich mir regelmäßig Zeit, nach innen zu schauen – nicht als Grübeln, sondern als bewusste Begegnung mit inneren Bildern und Gestalten. In dieser Zeit sind mir Muster, Sehnsüchte und Ängste deutlich geworden, für die ich auf der rein rationalen Ebene wahrscheinlich Jahrzehnte gebraucht hätte.

Wenn ich mit anderen darüber spreche, höre ich oft: „Das klingt, als hättest du mehrere Jahre Therapie in ein paar Monate gepackt.“ Ganz so einfach ist es natürlich nicht – aber der Dialog mit dem Unbewussten öffnet Türen, die kognitive Analyse allein kaum findet.

Was dieser „Dialog“ eigentlich ist

Mit „Dialog mit dem Unbewussten“ meine ich keine esoterische Stimme aus dem Off, sondern einen inneren Austausch mit Bildern, Szenen und Gestalten, die spontan auftauchen, wenn ich nach innen lausche. C. G. Jung beschrieb das in der Aktiven Imagination als bewusste Hinwendung zu inneren Bildern, bei der das Ich in Kontakt bleibt und in einen echten Austausch tritt.

Man könnte sagen: Ich lerne, der inneren Regie nicht nur zuzuschauen, sondern mit den Figuren zu sprechen, die dort auftreten. Sie erzählen von dem, was sie zurückhalten, was sie fürchten und wonach sie sich sehnen – oft viel direkter, als meine Gedanken es je würden.

Die rasante Tiefe – und ihre Kehrseite

Diese Form der inneren Arbeit kann Prozesse enorm beschleunigen: Plötzlich werden Zusammenhänge zwischen alten Verletzungen, aktuellen Entscheidungen und unbewussten Loyalitäten sichtbar. Themen, die mir im Alltag diffus erschienen, tauchen als klare Bilder auf – ein Weg, ein Haus, eine Figur, mit der ich sprechen kann.

Aber genau darin liegt auch die Kehrseite: Manchmal zeigt mir das Unbewusste Bilder, die ich nicht sofort verstehe. Oder ich verstehe sie – und wünsche mir, ich täte es nicht. Dann sitze ich morgens da, wie heute, und frage mich: „Warum dieses Bild? Warum jetzt?“

„Manchmal frage ich mich:
Was möchte mein Unbewusstes mir eigentlich damit sagen?“

Die Frage: „Was willst du mir sagen?“

Diese Frage ist für mich zum Dreh- und Angelpunkt geworden. Früher hätte ich versucht, das Bild schnell richtig zu deuten, eine klare Botschaft zu finden, am besten mit sofortiger Lösung. Heute versuche ich, länger in der Unklarheit zu bleiben – neugierig und so gut es geht freundlich.

Manchmal bedeutet das:

Dieser innere Dialog ist weniger eine Technik als eine Haltung: Ich muss nicht alles sofort wissen, aber ich kann bereit sein zuzuhören.

Was ich in 5 Monaten gelernt habe

Ein paar Einsichten, die sich in dieser Zeit gezeigt haben:

Und: Ich muss nicht jede Szene alleine halten. In meiner eigenen Begleitung und Supervision merke ich, wie hilfreich es ist, wenn jemand von außen mit auf diese Bilder schaut.

Wenn du selbst in diesen Dialog einsteigen möchtest

Wenn du beim Lesen merkst: „Da ist etwas in mir, das sich meldet, wenn ich von inneren Bildern lese“, dann ist das vielleicht schon der erste Kontakt. Du musst nicht sofort eine perfekte Praxis aufbauen – ein kleiner, wiederkehrender Moment reicht: ein Bild, ein Dialogsatz, eine Frage an dein Inneres.

Wenn du möchtest, begleite ich dich gern dabei, eine stimmige Form für deinen eigenen Dialog mit dem Unbewussten zu finden – in Coaching, Supervision oder in der Arbeit mit Aktiver Imagination.

Frage an dich:
Gibt es ein Bild, das in deinem Inneren immer wieder auftaucht – und das du bisher noch nicht richtig verstanden hast?