2025 im Rückblick: Wie die Aktive Imagination meinen Weg als Coach veränderte

Coaching 30. Dezember 2025
Coach arbeitet mit Aktiver Imagination – Rückblick 2025

Ein Jahr der inneren Bilder – und der unerwarteten Wendungen

2025 begann für mich nicht mit einem Plan, sondern mit einem Ruf. Ein Ruf, der sich in wiederkehrenden inneren Bildern zeigte: ein goldenes Haus hinter einer Mauer, eine sprudelnde Fontäne, später ein Trickster auf einer Säule. Damals wusste ich noch nicht, dass diese Symbole der Beginn einer tiefgreifenden Veränderung sein würden – einer Veränderung, die nicht nur meine Arbeit als Coach, sondern auch mein Verständnis von Begleitung und innerer Entwicklung prägen sollte. Ein persönlicher Rückblick, wie ich die Aktive Imagination in mir entdeckte.

Heute, am Ende dieses Jahres, kann ich sagen: 2025 war das Jahr, in dem ich die Aktive Imagination entdeckte – und sie zu einem zentralen Werkzeug meiner Arbeit machte.

Der Anfang: Symbole, die mich nicht losließen

Alles begann mit diesen Bildern. Sie tauchten in Träumen auf, in Momenten der Stille, manchmal sogar in Alltagssituationen. Ich spürte: Sie wollten etwas sagen. Also begann ich, sie zu malen, zu befragen, mit ihnen zu arbeiten – zunächst nur für mich.

Was ich damals noch nicht ahnte: Diese Arbeit war der erste Schritt auf einem Weg, der mich schließlich zur einzigen deutschen Fortbildung in Aktiver Imagination führen sollte. Ein Weg, der nicht linear verlief, sondern sich durch Synchronizitäten öffnete: erst die Warteliste, dann die unerwartete Zusage, schließlich der unterschriebene Vertrag.

Es fühlte sich an, als würde das Unbewusste sagen: „Ja, das ist der nächste Schritt.“

Eine eigene Zeichnung des Symbols des Rabens

Von der Selbsterfahrung zur professionellen Begleitung

Die Aktive Imagination war für mich zunächst ein persönliches Experiment. Ich testete sie an mir selbst, beobachtete, wie innere Bilder zu Lehrern wurden, wie sie mir halfen, Themen zu verstehen, die sich rational nicht fassen ließen.

Doch dann passierte etwas Unerwartetes: Als ich in einer Lehrveranstaltung von meiner Arbeit mit diesen Bildern erzählte, meldeten sich spontan mehrere Studierende. Sie wollten es auch ausprobieren. Plötzlich war klar: Diese Methode war nicht nur für mich gedacht – sie konnte auch anderen helfen.

Das war der Moment, in dem sich mein Fokus verschob: von der reinen Selbsterfahrung hin zur professionellen Begleitung. Ich begann, die Aktive Imagination gezielt in meine Coaching-Arbeit einzubinden – nicht als starre Technik, sondern als lebendigen Dialog mit dem Unbewussten.

Was die Aktive Imagination in meiner Arbeit verändert hat

Die Arbeit mit inneren Bildern hat meine Haltung als Coach grundlegend geprägt. Sie hat mir gezeigt:

  1. Das Unbewusste spricht in Symbolen – und diese Symbole wollen gehört werden.
    Ob es das goldene Haus, das rückwärts laufende Pferd oder die Kartons in einem Traum sind: Diese Bilder sind keine Zufälle. Sie sind Botschaften des Unbewussten, die uns etwas über uns selbst verraten wollen.
  2. Begleitung bedeutet nicht, Lösungen zu liefern – sondern Räume zu halten.
    In der Aktiven Imagination geht es nicht darum, Bilder zu „deuten“ oder „richtig“ zu verstehen. Es geht darum, einen sicheren Raum zu schaffen, in dem Klient:innen ihren eigenen Dialog mit dem Unbewussten führen können.
  3. Authentizität ist wichtiger als Perfektion.
    Meine Klient:innen suchen keine makellosen Expert:innen. Sie suchen Menschen, die selbst auf dem Weg sind – die verstehen, was es bedeutet, sich mit dem eigenen Inneren auseinanderzusetzen.

Die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Jahr

  1. Aktive Imagination ist kein „Tool“, sondern eine Haltung.
    Sie funktioniert nicht als schnelle Lösung, sondern als Prozess, der Geduld und Offenheit erfordert.
  2. Innere Bilder sind lebendig – und sie wollen etwas sagen.
    Sie sind keine Fantasien, sondern Ausdruck des Unbewussten, das nach Integration drängt.
  3. Die größten Blockaden liegen oft im Schatten.
    Ob es die abgelehnte Wut, die unterdrückte Traurigkeit oder der „korrigierende Lehrer“ ist: Was wir ablehnen, hält uns fest.
  4. Begleitung braucht keine Perfektion – sondern Präsenz.
    Meine Klient:innen schätzen es, wenn ich echt bin, nicht wenn ich „fertig“ wirke.
  5. Der Weg zur Ganzheit führt durch das Unbewusste.
    Individuation – die Entwicklung zum eigenen Selbst – ist kein rationaler Prozess. Sie geschieht, wenn wir den inneren Bildern Raum geben.

Ein Ausblick: Was 2026 bringen wird

2026 steht für mich im Zeichen der Vertiefung. Die Fortbildung in Aktiver Imagination wird mir helfen, meine Arbeit noch fundierter und präziser zu gestalten. Gleichzeitig möchte ich weiterhin Falldarstellungen und persönliche Erfahrungen teilen – denn ich bin überzeugt: Die Arbeit mit inneren Bildern ist kein Nischenthema, sondern ein Schlüssel zu mehr Stimmigkeit und Lebendigkeit.

Mein größter Wunsch für das neue Jahr?
Dass noch mehr Menschen den Mut finden, ihren eigenen inneren Bildern zu begegnen – und dass sie dabei Begleitung finden, die sie wirklich versteht.